Wie funktioniert ein WhatsApp-Bestellsystem für Restaurant oder Café?

Der Gast stellt seine Bestellung auf Ihrer Website zusammen und tippt auf einen Knopf. WhatsApp öffnet sich mit der fertigen Nachricht an Ihre Nummer, und er schickt sie ab.

Technisch ist das ein Link, den WhatsApp selbst dokumentiert. Eine Schnittstelle und ein Abo brauchen Sie dafür nicht. Die Schwachstelle: Was der Gast nicht abschickt, kommt bei Ihnen nie an.

Was passiert zwischen Speisekarte und WhatsApp-Nachricht?

Für den Gast sind es vier Schritte. Er wählt auf Ihrer Seite die Gerichte aus, wie in einem Warenkorb. Er gibt an, ob er abholt oder liefern lässt, und wann. Er tippt auf „Bestellen“. Dann geht auf seinem Handy WhatsApp auf, die Bestellung steht schon als Text im Eingabefeld, und er drückt auf Senden.

Eine besondere Technik steckt nicht dahinter. WhatsApp nennt die Funktion Click-to-Chat und beschreibt sie im eigenen Hilfebereich. Der Link sieht so aus:

https://wa.me/whatsappphonenumber?text=urlencodedtext WhatsApp-Hilfebereich, „Click-to-Chat verwenden“ · zur Anleitung

Vorne steht laut WhatsApp die vollständige Telefonnummer im internationalen Format, ohne Nullen, Klammern, Leerzeichen und Bindestriche. Hinten steht die vorgefertigte Nachricht in URL-Codierung. Sie erscheint automatisch im Textfeld des Chats. Die Nummer muss ein aktives WhatsApp-Konto haben. Mehr verlangt die Anleitung nicht.

Ihre Website muss also nur rechnen und den Text bauen. Das passiert im Browser des Gastes. Bei Ihnen kommt eine gewöhnliche WhatsApp-Nachricht an, auf dem Handy, das ohnehin im Betrieb liegt.

Was geht schief, wenn die Bestellung nur in WhatsApp existiert?

Drei Dinge. Wegen der ersten beiden habe ich den Bestellablauf meiner Pizzeria-Demo Voltano umgebaut.

  1. Der Gast tippt nie auf Senden Der Link öffnet nur den Chat. Abschicken muss der Gast selbst. Legt er das Handy vorher weg, haben Sie keine Bestellung und erfahren nicht einmal, dass es eine gab.
  2. Die Küche arbeitet aus einer Chatliste WhatsApp zeigt den Chat mit der neuesten Nachricht oben. An einem vollen Abend rutscht eine frühe Bestellung unter die Rückfragen anderer Gäste.
  3. Der Text lässt sich ändern Die Nachricht steht im Eingabefeld, bevor sie abgeschickt wird. Der Gast kann darin löschen und umschreiben, auch die Summe.

In Voltano läuft es deshalb seit dem 23. September 2026 anders. Tippt der Gast auf „Bestellung abschließen“, wird die Bestellung zuerst auf dem Webspace des Lokals gespeichert. Der Server vergibt die Bestellnummer, die erste ist VO-1001, und schickt die Bestellung als E-Mail an die Küche. Erst danach öffnet sich WhatsApp. Im Textfeld steht dann eine einzige Zeile, zum Beispiel „Bestellung VO-1042“.

Der Chat ist damit die Quittung des Gastes und sein Weg für Rückfragen. Gearbeitet wird aus der gespeicherten Bestellung. Schickt der Gast die Zeile nie ab, ist die Bestellung trotzdem da.

Vor dem Abschluss prüft die Seite Öffnungszeiten, Mindestbestellwert und Liefergebiet. Voltano kennt zwei Lieferzonen: bis 2 Kilometer ohne Gebühr ab 20 Euro Bestellwert, bis 6 Kilometer für 3 Euro ab 35 Euro. Wer weiter weg wohnt, kann nicht liefern lassen. Die Pizzeria ist erfunden, die Zahlen sind es auch. Eine Testbestellung landet bei mir und nicht in einer Küche.

Welche Arten von Bestellung über die eigene Website gibt es?

Welcher Weg passt, hängt an einer Frage: Wer liest die Bestellung, und wo?

Drei Wege von der Karte in die Küche
Weg Wie die Bestellung ankommt Wozu er passt
Nur der Link Als WhatsApp-Nachricht, sobald der Gast sie abschickt. Gespeichert ist vorher nichts. Kleine Karte, wenige Bestellungen am Tag, eine Person am Handy.
Gespeichert, dann WhatsApp Als E-Mail mit Bestellnummer in der Küche. Im Chat steht nur die Nummer. Betriebe, deren Gäste ohnehin per WhatsApp schreiben, mit Abholung und Lieferung.
Ganz ohne WhatsApp Als E-Mail mit Bestellnummer in der Küche. Der Gast sieht die Nummer am Bildschirm. Betriebe, die kein Handy als Bestellannahme wollen.

Den dritten Weg zeigt meine Burger-Demo Glutbank. Im Bestellablauf kommt WhatsApp dort gar nicht vor. Der Gast wählt aus 21 Positionen in fünf Gruppen und entscheidet zwischen Abholung und Lieferung. Die Uhrzeit nimmt er im 15-Minuten-Takt, frühestens 20 Minuten nach der Bestellung. Geliefert wird ab 15 Euro Bestellwert, für 2,50 Euro, in drei Postleitzahlen.

Der Browser schickt dabei nur, was bestellt wurde. Die Preise rechnet der Server aus der Karte selbst nach. Eine veränderte Summe wie beim reinen Link kann es so nicht geben. Gibt der Gast eine E-Mail-Adresse an, bekommt er die Bestellung dorthin bestätigt. Auch dieses Lokal ist erfunden.

Brauche ich dafür WhatsApp Business oder eine Schnittstelle?

Für den Link nicht. Die Anleitung von WhatsApp verlangt eine Telefonnummer mit aktivem WhatsApp-Konto. Von einem Unternehmenskonto oder einer Schnittstelle steht dort nichts.

Anders ist es, wenn Nachrichten automatisch an den Gast hinausgehen sollen, etwa „Ihre Bestellung ist fertig“. Das läuft über die WhatsApp Business Platform, und die kostet. Auf ihrer Preisseite steht, wie abgerechnet wird.

  1. Abgerechnet wird pro Nachricht Und zwar dann, wenn die Nachricht zugestellt ist, nicht beim Absenden.
  2. Es gibt vier Kategorien Marketing, Utility, Authentication und Service. Der Satz hängt an der Kategorie und am Markt des Empfängers.
  3. Service-Nachrichten kosten nichts Dasselbe gilt laut Preisseite für Utility-Nachrichten, die ein Betrieb als Antwort auf einen Nutzer schickt.

Die Sätze je Markt zeigt ein Rechner auf der Preisseite der WhatsApp Business Platform. Ich nenne hier keinen Betrag. Schauen Sie dort für Österreich nach, bevor Sie rechnen.

Zwei Fragen beantworten die beiden Seiten von WhatsApp nicht. Die erste: wie lang die vorgefertigte Nachricht sein darf. Die zweite: was im Datenschutz gilt, wenn Name und Adresse eines Gastes über WhatsApp laufen. Das ist eine Rechtsfrage. Ich bin kein Anwalt und habe für diesen Artikel kein Gesetz dazu gelesen. Fragen Sie die Wirtschaftskammer.

Mein Rat, und das ist eine Meinung: Fangen Sie mit dem Link an. Die Plattform lohnt sich erst, wenn niemand mehr Zeit hat, die Antworten von Hand zu schreiben.

Für wen lohnt sich das, und was kostet es?

Es lohnt sich, wenn Sie heute über eine Liefer-Plattform verkaufen und für jede Bestellung Provision zahlen. Wie hoch sie ist, steht in Ihrem Vertrag. Rechnen Sie mit Ihrer eigenen Zahl: die Provision eines Monats gegen einen Preis, der einmal anfällt.

Ehrlich gesagt: Wenn an einem Abend fünf Bestellungen kommen und Ihre Stammgäste die Nummer haben, brauchen Sie kein System. Schreiben Sie die Nummer groß auf die Karte und auf die Seite. Auch ein Café, das vom Geschäft am Tisch lebt, braucht keine Online-Bestellung. Warum, steht im Artikel Was kostet eine Website für ein Café in Tirol?

Eines ersetzt die eigene Seite nicht: die Reichweite einer Plattform. Dort finden Sie Gäste, die Sie noch nicht kennen. Auf Ihrer Seite bestellt, wer Sie schon kennt oder nach Ihnen sucht.

Das kosten meine drei fertigen Seiten mit Bestellung:

Voltano, Pizzeria, Bestellung mit WhatsApp
1.690 € einmalig
Rachim Dürüm, Imbiss, Vorbestellung zum Abholen
1.390 € einmalig
Glutbank, Burger, Bestellung, Tisch und 3D-Raum
2.990 € einmalig
Provision pro Bestellung
keine
Monatsgebühr für das Bestellsystem
keine

Das sind Endpreise ohne Umsatzsteuer. Hosting und Domain kommen dazu. Was die kosten, steht im Artikel Was kostet eine Website in Tirol?

Baue ich die Bestellung in eine andere Seite ein, gibt es zwei Stufen. Bei der einfachen schickt der Gast die Nachricht selbst ab. Bei der größeren kommt die Bestellung automatisch bei Ihnen an, und Ihr Team hat eine Bestellübersicht. Der Preis dafür steht im Angebot und nicht hier, weil er vom Betrieb abhängt.

Noch eine Beobachtung: Als ich am 3. August 2026 nach „WhatsApp Bestellsystem“ gesucht habe, stand in meinen Ergebnissen kein einziger Anbieter aus Österreich.

Die Preise meiner fertigen Seiten stehen öffentlich auf der verlinkten Seite. Die Angaben zu den Demos, die Click-to-Chat-Anleitung und die Preisseite der WhatsApp Business Platform wurden am 3. Oktober 2026 abgerufen.

Häufige Fragen

Für den Bestell-Link nicht. Laut der Click-to-Chat-Anleitung von WhatsApp reicht eine Telefonnummer mit aktivem WhatsApp-Konto. Die WhatsApp Business Platform, die pro Nachricht abrechnet, brauchen Sie erst, wenn Nachrichten automatisch verschickt werden sollen.

Der Link öffnet einen normalen Chat, die Anleitung von WhatsApp nennt dafür keine Gebühr. Pro Nachricht abgerechnet wird auf der WhatsApp Business Platform, und zwar bei Zustellung. Service-Nachrichten verrechnet WhatsApp laut eigener Preisseite nicht.

Bei einem reinen WhatsApp-Link ist die Bestellung dann weg. In meiner Demo Voltano wird sie deshalb zuerst auf dem Webspace des Lokals gespeichert und per E-Mail an die Küche geschickt. WhatsApp öffnet sich erst danach, nur mit der Bestellnummer.

Nein. Die Bestellung stellt er im Browser zusammen. Click-to-Chat funktioniert laut WhatsApp am Telefon und in WhatsApp Web. Hat ein Gast kein WhatsApp, braucht er einen anderen Weg, zum Beispiel die Bestellung direkt auf der Seite.

Ja. In meiner Demo Glutbank kommt die Bestellung als E-Mail mit Bestellnummer in der Küche an, und der Gast sieht die Nummer am Bildschirm. WhatsApp kommt im Bestellablauf nicht vor.

ÜBER DEN AUTOR

Beri Kirsh mit Kakadu WILD in Tirol

Beri Kirsh

Ich baue Websites für Betriebe in Tirol, von Imst aus. Die Demos Voltano und Glutbank kommen aus meinem Studio, und die Anleitung und die Preisseite von WhatsApp habe ich für diesen Artikel gelesen.

Wie kommen Ihre Bestel­lungen heute an?

Schreiben Sie mir, worüber Sie heute verkaufen und wie viele Bestellungen an einem guten Abend kommen. Ich sage Ihnen, welcher der drei Wege passt. Wenn die Nummer auf der Karte reicht, sage ich Ihnen das auch.

E-Mail: studio@wilddigitalmoments.com