Was gehört auf die Startseite einer Firmenwebsite?

Was Sie anbieten und für wen, ein Beweis Ihrer Arbeit, wer dahintersteht, was es ungefähr kostet und ein klarer Weg, Sie zu erreichen. Das Wichtigste steht ganz oben, denn dort schauen die meisten hin. Alles, was länger erklärt werden muss, bekommt eine eigene Seite.

Was muss ein Besucher im ersten Bildschirm sehen?

Drei Dinge: was Sie machen und für wen, die eine Handlung, die er tun soll, und eine harte Angabe, an der er sich festhalten kann. Ein Gasthof zeigt oben „Tisch reservieren“ und ob heute offen ist. Ein Installateur zeigt seine Telefonnummer und die Orte, in die er fährt.

Warum gerade oben? In einer Blickverlaufsstudie der Nielsen Norman Group entfielen rund 57 Prozent der Betrachtungszeit auf den Teil der Seite, den man ohne Scrollen sieht. Auf die ersten zwei Bildschirme kamen 74 Prozent. Was weiter unten steht, wird gelesen, aber von deutlich weniger Leuten.

Für meine eigene Startseite habe ich mir eine Grenze gesetzt: höchstens acht Dinge zum Anklicken im ersten Bildschirm, auf dem Handy wie am großen Monitor. Gemessen habe ich sieben, bei fünf Bildschirmbreiten von 360 bis 1440 Pixel. Jeder Knopf mehr ist eine Frage mehr, die der Besucher beantworten muss, bevor er das tut, wofür er gekommen ist.

Quelle: Nielsen Norman Group, Scrolling and Attention (2018), abgerufen am 21. Oktober 2026.

In welcher Reihenfolge kommen die Abschnitte?

Diese Reihenfolge empfehle ich kleinen Betrieben. Sie ist kein Gesetz, aber jeder Abschnitt beantwortet die Frage, die nach dem vorigen kommt.

  1. Aufmacher. Eine Überschrift, die sagt, was Sie machen und wo. Darunter der eine Knopf: anrufen, reservieren, auf WhatsApp schreiben. Nicht „Willkommen auf unserer Website“.
  2. Ihr Angebot. Die drei bis sechs Dinge, die Sie verkaufen, je mit einem Satz und einem Link auf die eigene Seite. Die Speisekarte, die Zimmer, die Leistungen im Detail gehören dorthin, nicht auf die Startseite.
  3. Der Beweis. Fotos echter Arbeit, Referenzen, echte Bewertungen. Ein Bild vom fertigen Bad sagt mehr als der Satz, dass Sie sorgfältig arbeiten.
  4. Wer Sie sind. Ein Absatz und ein Gesicht. Bei einem kleinen Betrieb kauft man beim Menschen, nicht bei der Firma.
  5. Was es kostet. Ein Ab-Preis, eine Spanne oder wenigstens, wovon der Preis abhängt. Ich habe auf meiner eigenen Startseite lange geschrieben, dass ich keine Listenpreise nenne. Seit Oktober 2026 steht dort eine Spanne, weil der Preis das Erste ist, was ein Käufer sucht.
  6. Kontakt. Derselbe Knopf wie oben, dazu Adresse, Öffnungszeiten und Telefon als Text. Wer bis hierher gescrollt hat, will nicht noch einmal suchen.

Ob eine einzelne Seite für Ihren Betrieb reicht oder Sie Unterseiten brauchen, steht im Artikel Was ist eine Landingpage, und brauche ich eine?

Reichen fünf Abschnitte, oder brauche ich elf?

Im September 2026 habe ich einen Online-Kurs über Suchmaschinen und KI durchgearbeitet. Er empfiehlt für die Startseite elf Blöcke in fester Reihenfolge, von der Überschrift über Presse-Logos und einen Podcast bis zum Kontakt. Für eine große Agentur mag das passen. Für einen Gasthof mit sechs Zimmern sind die meisten davon leer oder erfunden.

Meine eigene Startseite hat im Oktober 2026 genau fünf Abschnitte bekommen: wer das Studio ist, die Arbeiten, ein Brief von mir, der Preis und der Kontakt. Von 1.068 Wörtern (mit Menü und Fußzeile gezählt) sind 617 geblieben. Ein Grund war eine einfache Zählung aus den 90 Tagen davor: 586 Besucher, 178 Aufrufe der Startseite, aber nur 8 Aufrufe des Anfrageformulars und 10 Klicks auf WhatsApp. Die Leute kamen und gingen wieder, bevor sie fragten.

Die elf Blöcke aus dem Kurs, was davon auf meiner Startseite steht und was ein kleiner Betrieb braucht.
Block aus dem Kurs Auf meiner Startseite Für einen kleinen Betrieb
Aufmacher mit einer Überschrift Ja: „Ihr Kunde will nicht lesen.“ Immer
Leistungen mit Links Als zwölf eigene Projekte zum Anklicken Ja, kurz, jede mit eigener Seite
Über uns, Team Ein Brief von mir, mit Foto Ja, ein Absatz und ein Gesicht
Presse-Logos Nein, es gibt keine Nur wenn echt
Bewertungen Nein. Dort steht: „Kundenstimmen habe ich keine.“ Ja, sobald echte da sind
Zielgruppen Im Aufmacher, über drei Demos Selten nötig
SEO-Text mit internen Links Nein Nein, besser eigene Seiten
Blog-Vorschau Nein, nur ein Link unten Nur wenn Sie regelmäßig schreiben
Medien, Podcast Nein Nur wenn vorhanden
Häufige Fragen Nein, die stehen in den Artikeln Ja, drei bis fünf echte Fragen
Kontakt Ja: WhatsApp, Briefing, E-Mail Immer
Preis (fehlt im Kurs) Ja: 1.190 bis 4.490 Euro für fertige Websites Ja, wenn Sie einen nennen können

Sie können sich das Ergebnis selbst ansehen, die Startseite ist das lebende Beispiel. Ob die Kürzung mehr Anfragen bringt, kann ich noch nicht sagen, dafür ist sie zu neu. Sicher ist nur: Ein leerer Abschnitt, der nur da ist, weil eine Liste ihn vorschreibt, hilft niemandem.

Was gehört nicht auf die Startseite?

  1. Ein langer Text für Google. Absätze, in denen „Installateur Imst“ fünfmal vorkommt, liest kein Mensch. Wer eine Leistung erklären will, macht dafür eine eigene Seite.
  2. Neuigkeiten von vor drei Jahren. Ein Hinweis auf die Sommerpause 2023 sagt dem Besucher vor allem, dass hier niemand mehr nachschaut.
  3. Zwei Knöpfe, die dasselbe meinen. „Kontakt“, „Anfrage“ und „Jetzt starten“ nebeneinander lassen den Besucher raten, welcher der richtige ist. Ein Weg, überall mit demselben Wort.
  4. Erfundene oder geborgte Stimmen. Lieber gar keine Bewertungen als drei Sätze ohne Namen, die jeder sofort als ausgedacht erkennt. Zeigen Sie stattdessen Ihre Arbeit.
  5. Das Kleingedruckte. Impressum und Datenschutz gehören in die Fußzeile, verlinkt auf jeder Seite, nicht in die Mitte der Startseite.

Hilft eine FAQ auf der Startseite bei Google?

Nicht so, wie viele Kurse es noch versprechen. Früher konnte eine FAQ mit dem passenden Code in der Google-Suche als aufklappbare Fragen unter Ihrem Ergebnis erscheinen. Seit August 2023 zeigt Google das nur noch für bekannte, maßgebliche Behörden- und Gesundheitsseiten. Ein Gasthof oder ein Tischler gehört nicht dazu. Google schreibt dazu auch, dass der Code nicht schadet, wenn er schon da ist. Er bewirkt in der Suche nur nichts Sichtbares mehr.

Ich schreibe trotzdem Fragen und Antworten, weil Besucher dieselben Fragen haben, die sonst am Telefon kommen: Parkplatz, Hunde, Kartenzahlung. Ob ChatGPT und andere Ihre Seite überhaupt lesen können, ist eine eigene Frage. Die steht im Artikel Sieht ChatGPT meine Website?

Ähnlich bei den Überschriften. In seinem Einstiegsleitfaden schreibt Google, dass die Reihenfolge der Überschriften für Screenreader wichtig ist, für die Google-Suche aber keine Rolle spielt. Eine ideale Anzahl gibt es auch nicht. Eine klare Hauptüberschrift oben und darunter Zwischenüberschriften, die wie die Fragen Ihrer Kunden klingen, mache ich trotzdem: für die Menschen, die die Seite überfliegen.

Quellen: Google Search Central Blog, Changes to HowTo and FAQ rich results (August 2023) und Google Search Central, SEO Starter Guide, beide abgerufen am 21. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Meistens reichen fünf bis sieben: Aufmacher, Angebot, Beweis, wer Sie sind, Preis, Kontakt und vielleicht ein paar Fragen. Jeder Abschnitt hat eine Aufgabe. Alles, was länger erklärt werden muss, bekommt eine eigene Seite.

Wenn Sie einen nennen können, ja. Ein Ab-Preis oder eine Spanne reicht. Wer nur „Preis auf Anfrage“ liest, muss schreiben, um überhaupt zu erfahren, ob er sich Sie leisten kann.

Als aufklappbares Ergebnis in der Google-Suche nicht mehr: Das zeigt Google seit August 2023 nur noch für bekannte Behörden- und Gesundheitsseiten. Für Ihre Besucher sind kurze Antworten auf echte Fragen trotzdem nützlich.

Lassen Sie den Abschnitt weg und zeigen Sie stattdessen Ihre Arbeit: Fotos, Referenzen, einen konkreten Fall. Erfundene oder geborgte Stimmen schaden mehr als eine Lücke.

Es gibt keine richtige Länge. Wichtig ist, was oben steht: In einer Blickverlaufsstudie entfielen rund drei Viertel der Betrachtungszeit auf die ersten zwei Bildschirme. Was dort nicht steht, sehen viele nie.

ÜBER DEN AUTOR

Beri Kirsh mit Kakadu WILD in Tirol

Beri Kirsh

Ich baue Websites für kleine Betriebe in Tirol, von Imst aus. Meine eigene Startseite habe ich im Oktober 2026 auf fünf Abschnitte gekürzt.

Was soll auf Ihre Startseite?

Schicken Sie mir den Link zu Ihrer jetzigen Seite oder ein paar Stichworte zu Ihrem Betrieb. Ich sage Ihnen, welche Abschnitte bleiben und welche wegkönnen. Spätestens in 2 Werktagen haben Sie den Fixpreis schriftlich.

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