Kann ich meine Website selbst pflegen, ohne programmieren zu können?
Ja. Texte, Preise, Öffnungszeiten und Fotos ändern Sie heute fast überall ohne eine Zeile Code. Ob Sie trotzdem von jemandem abhängig sind, entscheiden zwei andere Fragen: Auf wessen Namen laufen die Zugänge, und wer kümmert sich um die Technik dahinter?
Was müssen Sie überhaupt selbst ändern?
Bevor Sie über Systeme nachdenken, schreiben Sie auf, was sich in Ihrem Betrieb im Lauf eines Jahres ändert. Bei den meisten Betrieben ist das eine kurze Liste. Sie kommt immer wieder, aber sie ist kurz.
- Öffnungszeiten und Ruhetage. Dazu der Hinweis auf Betriebsurlaub oder einen geschlossenen Feiertag. Das muss am selben Tag online sein, sonst steht ein Gast vor der verschlossenen Tür.
- Preise und Angebote. Die Wochenkarte, eine neue Preisliste, ein Saisonangebot.
- Fotos. Ein neues Zimmer, ein fertiges Projekt, das neue Team.
- Kurze Texte. Ein Satz über eine neue Leistung, eine geänderte Telefonnummer, ein Name im Team.
Was selten vorkommt: neue Farben, ein anderes Layout, eine neue Funktion wie eine Buchung. Das macht man alle paar Jahre, und dafür holt man sich ohnehin Hilfe. Wer das weiß, sucht kein System, mit dem er alles umbauen kann. Er sucht eines, mit dem die vier Punkte oben in fünf Minuten erledigt sind.
Welche Wege gibt es, und was unterscheidet sie?
Es gibt im Grunde drei Wege. Alle drei lassen Sie Texte und Fotos ändern. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Sie verändern können und was laufend auf Sie zukommt.
| Weg | Was Sie selbst ändern | Was laufend anfällt | Worauf Sie achten |
|---|---|---|---|
| Baukasten (etwa Wix, Jimdo) | Fast alles, auch Layout und Farben | Ein Abo, jeden Monat oder jedes Jahr | Die Seite liegt beim Anbieter, nicht bei Ihnen |
| WordPress | Texte, Seiten, Fotos, Beiträge | Hosting und Updates | Wer die Updates einspielt und vorher sichert |
| Programmierte Seite mit Bearbeiten-Editor | Texte, Preise, Öffnungszeiten, Fotos | Hosting | Farben und Layout bleiben beim Webdesigner |
Für eine einfache Seite, die Sie selbst bauen und pflegen wollen, ist ein Baukasten oft die richtige Wahl. Dafür brauchen Sie keinen Webdesigner, auch mich nicht. Wo die Grenzen liegen, steht im Artikel Wix, Jimdo und Co.: wo die Baukästen an ihre Grenzen stoßen.
Was muss ich bei WordPress selbst erledigen?
WordPress ist ein CMS, ein Content-Management-System. Sie melden sich an und ändern Inhalte in einer Verwaltungsoberfläche, ohne Code. Das funktioniert gut. Der Teil, den viele unterschätzen, ist nicht das Schreiben, sondern die Wartung.
Die Anleitung von WordPress selbst ist da deutlich: Man soll WordPress immer auf die neueste Version bringen. Kleine Updates und Sicherheits-Updates spielen die meisten Seiten inzwischen automatisch im Hintergrund ein. Bei größeren Versionen muss aber jemand im Verwaltungsbereich auf „Update Now“ klicken. Und vor jedem Update empfiehlt die Anleitung eine Sicherung, damit man zurück kann, wenn etwas schiefgeht.
Dazu kommen die Erweiterungen, die Plugins, die Ihr Webdesigner eingebaut hat. Fragen Sie, wie viele es sind und wer sie aktualisiert. Wenn die Antwort „Sie“ lautet, ist das in Ordnung, solange Sie es vorher wissen. Wenn die Antwort „ich, gegen eine monatliche Gebühr“ lautet, gehört diese Gebühr in Ihren Preisvergleich.
Quelle: WordPress.org, Updating WordPress, abgerufen am 18. Oktober 2026.
Wie pflegt man eine programmierte Seite ohne CMS?
Eine programmierte Seite besteht aus normalen Dateien. Wer HTML lesen kann, öffnet die Datei, ändert den Text und lädt sie hoch. Viele Betriebe wollen das nicht, und das verstehe ich. Deshalb habe ich im September 2026 einen eigenen Bearbeiten-Editor gebaut. Er läuft seit dem 3. September auf meiner Demo-Seite einer Musikschule.
So sieht das aus: Sie hängen /edit/ an die Adresse Ihrer Website und melden sich mit Ihrem Passwort an. Dann sehen Sie Ihre echte Seite und klicken auf den Text, den Sie ändern wollen, etwa einen Preis oder die Öffnungszeiten. Gespeichert wird erst, wenn Sie auf Speichern klicken. Rückgängig holt die vorige Fassung zurück, der Verlauf hält die letzten 30 Fassungen. Mit Neue Seite legen Sie eine weitere Seite nach einer Vorlage an, und sie erscheint von selbst im Menü.
Was der Editor absichtlich nicht kann: Farben, Schrift, Layout, Menü und Programmcode. Das ist keine Lücke, sondern der Sinn der Sache. Wer die Öffnungszeiten ändert, soll dabei nicht aus Versehen die Seite zerschießen können. Für Besucher lädt die Seite keinen Code des Editors. Nach einem Test mit echter Änderung blieb die Seite bei Lighthouse, dem Messwerkzeug von Google, in allen vier Kategorien bei 100 Punkten.
Eine Grenze sage ich gleich dazu: Gebaut ist der Editor für den Computer. Bearbeiten am Handy war nicht das Ziel. In meinen Bedingungen steht er mit 190 Euro inklusive Einrichtung.
Woran erkenne ich, ob ich später vom Webdesigner abhänge?
Abhängig sind Sie nicht, weil Sie nicht programmieren können. Abhängig sind Sie, wenn jemand anderer die Schlüssel hat. Diese fünf Fragen stellen Sie am besten, bevor Sie unterschreiben.
- Auf wessen Namen laufen Domain und Hosting? Auf Ihren. Wie das bei einer .at-Domain geregelt ist, steht im Artikel Was kosten Domain und Hosting in Österreich?
- Bekomme ich die Dateien und eine Anleitung? Bei mir bekommen Sie den vollständigen Quellcode und eine Anleitung in normaler Sprache, wo welcher Text steht. Damit muss ein anderer Webdesigner nicht bei null anfangen.
- Können Sie mir zeigen, wie ich die Öffnungszeiten ändere? Lassen Sie es sich vorführen, bevor Sie zahlen. Wenn das länger als ein paar Minuten dauert, wird es im Alltag nicht passieren.
- Wer macht die Updates, und was kostet das? Bei WordPress und Baukästen ist das eine echte laufende Frage. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
- Was passiert, wenn ich etwas falsch ändere? Fragen Sie nach einem Verlauf oder einer Sicherung, die Sie selbst zurückholen können, ohne jemanden anzurufen.
Häufige Fragen
Nein. Ein CMS wie WordPress ist ein Weg, aber nicht der einzige. Auch ein Baukasten oder ein kleiner Bearbeiten-Editor auf einer programmierten Seite lässt Sie Texte, Preise und Fotos ändern. Entscheidend ist, was Sie ändern wollen und wer sich um die Technik kümmert.
Teilweise. Kleine Updates und Sicherheits-Updates spielt WordPress laut eigener Anleitung meist automatisch ein. Für größere Versionen muss jemand auf „Update Now“ klicken, und vorher sollte eine Sicherung gemacht werden. Klären Sie, ob das Sie sind oder Ihr Webdesigner.
In meinem Editor bewusst nicht: Farben, Schrift, Layout, Menü und Programmcode. Das schützt die Seite davor, beim Ändern einer Öffnungszeit kaputtzugehen. Für solche Änderungen öffnet man die Datei oder fragt den, der die Seite gebaut hat.
Das hängt vom Baukasten ab. Der Bearbeiten-Editor aus diesem Artikel ist für den Computer gebaut. Für einen einzelnen Inhalt, der oft wechselt, geht es auch am Handy: Auf einer meiner fertigen Websites ändert der Wirt die Wochenkarte direkt am Handy. Sagen Sie vor dem Auftrag, was Sie unterwegs ändern wollen.
Das hängt vom System ab. Fragen Sie vorher, ob es einen Verlauf gibt. In meinem Editor holt „Rückgängig“ die vorige Fassung zurück, und der Verlauf hält die letzten 30 Fassungen.
ÜBER DEN AUTOR
Wollen Sie wissen, was Sie bei Ihrer Seite selbst ändern könnten?
Die fünf Fragen oben können Sie jedem Webdesigner stellen. Wenn Sie sie mir stellen wollen, schreiben Sie kurz, was Ihr Betrieb macht und was Sie selbst pflegen möchten. Spätestens in 2 Werktagen haben Sie den Fixpreis schriftlich.