Braucht meine Tirol-Website mehrere Sprachen für Touristen?
Meistens reichen zwei: Deutsch und Englisch. Rund zwei Drittel der Übernachtungen in Tirol kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die größte andere Gruppe aus den Niederlanden. Eine dritte Sprache lohnt sich nur, wenn Ihre eigenen Gäste das zeigen. Und Google findet eine Übersetzung am zuverlässigsten, wenn sie eine eigene Adresse hat.
Woher kommen die Gäste in Tirol?
Bevor Sie über Sprachen nachdenken, lohnt ein Blick auf die Zahlen. Die Landesstatistik Tirol zählt für das Tourismusjahr 2024 knapp 48,8 Millionen Übernachtungen. Mehr als die Hälfte davon, 54,5 Prozent, kamen von Gästen aus Deutschland. Dazu 8,2 Prozent aus Österreich und 4,6 Prozent aus der Schweiz und Liechtenstein. Zusammen sind das gut zwei Drittel.
Die größte Gruppe danach sind nicht Engländer oder Amerikaner, sondern Niederländer mit 11 Prozent. Großbritannien und die USA zusammen kommen auf 3,7 Prozent, Italien und Frankreich zusammen auf 3,2 Prozent.
| Herkunft | Anteil |
|---|---|
| Deutschland | 54,5 % |
| Niederlande | 11,0 % |
| Österreich | 8,2 % |
| Schweiz und Liechtenstein | 4,6 % |
| Belgien | 3,4 % |
| Vereinigtes Königreich | 2,8 % |
| Tschechien | 1,8 % |
| Italien | 1,8 % |
| Polen | 1,6 % |
| Frankreich und Monaco | 1,4 % |
| Dänemark | 1,2 % |
| USA | 0,9 % |
Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung, Der Tourismus im Sommer 2024, Tabelle 23, abgerufen am 22. Oktober 2026.
Welche Sprachen lohnen sich für meinen Betrieb?
Deutsch ist gesetzt. Englisch ist die zweite Sprache, die ich fast jedem Betrieb empfehle. Nicht wegen der Briten: Großbritannien und die USA bringen zusammen nur 3,7 Prozent der Übernachtungen. Meine Einschätzung ist, dass Englisch die Sprache ist, auf die man sich mit einem Gast aus Prag, Kopenhagen oder Warschau am ehesten einigen kann.
Für eine dritte Sprache gibt es eine bessere Quelle als jede Landesstatistik: Ihre eigene Gästeliste. Schauen Sie in Ihre Buchungen oder Ihr Gästeverzeichnis und zählen Sie nach, woher Ihre Gäste im letzten Jahr kamen. Jeder Ort und jedes Haus hat eine andere Mischung, und der Landesschnitt sagt über Ihr Haus wenig.
Ein ehrlicher Kandidat ist Niederländisch. Mit 11 Prozent ist es landesweit die zweitgrößte Gruppe. Wenn bei Ihnen jeder vierte Gast aus den Niederlanden kommt, ist eine niederländische Seite mehr wert als eine italienische und eine französische zusammen.
Italienisch und Französisch klingen nach Europa, bringen aber landesweit nur wenige Gäste. Ich habe sie auf meiner eigenen Seite, weil ich meine Demos jedem zeigen will, der sie anschaut. Für einen Gasthof, dessen Gäste ungefähr dem Landesschnitt entsprechen, wären sie eine Übersetzung, die kaum jemand liest.
Findet Google meine Seite dann auch auf Englisch?
Am zuverlässigsten, wenn Sie es richtig anlegen. Das ist der Teil, den viele Ratgeber auslassen. Google empfiehlt, für jede Sprachversion eine eigene Adresse zu verwenden, also etwa /en/zimmer neben /zimmer, statt die Sprache über Cookies oder die Browser-Einstellung umzuschalten. Mit dem Attribut hreflang zeigen Sie Google, welche Seiten Übersetzungen voneinander sind. Die Sprache einer Seite erkennt Google am sichtbaren Text, nicht an einer Angabe im Code.
Wer den Inhalt dynamisch ändert oder Besucher je nach Spracheinstellung umleitet, muss laut Google damit rechnen, dass Google nicht alle Versionen findet. Der Grund: Der Crawler arbeitet normalerweise aus den USA und schickt keine Spracheinstellung mit. Ebenfalls auf der Liste: Besucher nicht automatisch auf eine andere Sprachversion umleiten, sondern einen Link anbieten, mit dem sie selbst wechseln.
Meine eigene Website läuft seit September 2026 auf Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch, und ich mache es dort bewusst anders. Jede Seite hat eine Adresse, der Text wechselt im Browser, ein Menü lässt die Sprache ändern. Suchmaschinen bekommen immer die deutsche Version. Das heißt ehrlich: Wer auf Italienisch sucht, findet meine italienischen Texte bei Google nicht. Sie helfen nur dem, der schon auf der Seite ist.
Einen zweiten Preis zahle ich auch: Auf dem Desktop erreichten die italienische und die französische Version im Lighthouse-Test im September 2026 beim Performance-Wert 95 von 100 Punkten, die deutsche 100, weil der Text erst nach dem ersten Aufbau der Seite getauscht wird. Für mich ist das ein bewusster Tausch: Bei Google steht die Seite auf Deutsch, die anderen Sprachen sind für Besucher da. Ein Hotel, das von italienischen Gästen gefunden werden will, braucht eigene Adressen pro Sprache.
Quelle: Google Search Central, Multiregionale und mehrsprachige Websites verwalten, abgerufen am 22. Oktober 2026.
Was muss übersetzt werden, und was nicht?
Nicht jede Zeile braucht eine zweite Sprache. Übersetzen Sie zuerst, was ein Gast wissen muss, bevor er bucht oder anreist.
- Wie man bucht oder reserviert, und was es kostet. Preise, Leistungen, Storno. Hier darf kein Fehler stehen, auf diese Zeilen verlässt sich der Gast.
- Anreise und Ankunft. Wo man parkt, ab wann man einchecken kann, wie man Sie nach 18 Uhr erreicht.
- Öffnungszeiten und Ruhetage. Ein Gast, der am Ruhetag vor der Tür steht, kommt nicht wieder.
- Die Hausregeln. Hunde, Rauchen, Skiraum, Frühstückszeiten. Was sonst an der Rezeption erklärt wird.
- Das Formular und die Antwort darauf. Wer auf Englisch anfragt, sollte die Bestätigung auch auf Englisch bekommen. Auf meiner Seite antworten die Formulare in der Sprache, in der der Besucher die Seite gelesen hat.
Auf Deutsch bleiben darf, was ein Gast nicht zum Buchen braucht: die Geschichte des Hauses, alte Neuigkeiten, lange Texte über die Region. Und lassen Sie jede Übersetzung einmal von jemandem lesen, der die Sprache als Muttersprache spricht. Wie schnell ein Text trotz richtiger Grammatik fremd klingt, habe ich bei einer eigenen Demo erlebt, das steht im Artikel Website-Texte selbst schreiben oder schreiben lassen?
Was kostet eine zweite Sprache?
Beim Bau ist die Übersetzung der kleinere Teil. Bei meinen fertigen Websites sind zwei Sprachen dabei, die Sprache Ihrer Bestellung und Englisch, die englische Übersetzung mache ich. Jede weitere Sprache kostet 190 Euro, wenn es Deutsch, Englisch, Italienisch oder Französisch ist. Andere Sprachen wie Niederländisch gibt es nach Vereinbarung. Die Musikschul-Demo können Sie als Beispiel in vier Sprachen durchklicken.
Teurer ist das Danach. Jede Änderung machen Sie ab jetzt zweimal: neuer Preis, neue Öffnungszeit, ein neues Zimmer. Eine englische Seite, auf der noch die Preise vom Vorjahr stehen, ist schlimmer als gar keine, weil der Gast ihr glaubt. Fragen Sie sich also nicht nur, wer die Übersetzung schreibt, sondern wer sie in drei Jahren noch pflegt.
Wenn Sie selbst gut Englisch können oder jemanden haben, der es kann, brauchen Sie dafür keinen Webdesigner. Dann zählt nur, dass Ihre Seite die zweite Sprache sauber trennt und ein Wechsel mit einem Klick geht.
Häufige Fragen
Nach meiner Einschätzung für die meisten kleinen Betriebe in Tirol ja. Rund zwei Drittel der Übernachtungen kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Für den Rest ist Englisch die Sprache, auf die man sich am ehesten einigen kann. Ihre eigene Gästeliste sagt Ihnen, ob es bei Ihnen anders ist.
Landesweit selten: Gäste aus Italien hatten 2024 einen Anteil von 1,8 Prozent an den Übernachtungen in Tirol, aus Frankreich und Monaco 1,4 Prozent. Wenn bei Ihnen deutlich mehr Gäste aus diesen Ländern kommen, sieht die Rechnung anders aus.
Am zuverlässigsten, wenn sie eine eigene Adresse hat. Google empfiehlt für jede Sprache eigene URLs, verknüpft über das Attribut hreflang, und erkennt die Sprache am sichtbaren Text, nicht am Code. Eine Übersetzung, die erst im Browser entsteht, findet Google eventuell nicht.
Für Besucher hilft das ein wenig, viele Browser übersetzen ohnehin selbst. Gefunden werden Sie damit in einer anderen Sprache in der Regel nicht, und Fehler in Preisen, Zeiten oder Hausregeln fallen erst auf, wenn ein Gast sich darauf verlässt.
Ich verwende keine. Eine Flagge steht für ein Land, nicht für eine Sprache: Deutsch spricht man nicht nur in Deutschland, Englisch nicht nur in Großbritannien. Auf meiner Seite steht jede Sprache in ihrem eigenen Namen, also English, Italiano, Français.
ÜBER DEN AUTOR
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